Gewichtszunahme in der Schwangerschaft – Was ist normal?
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Gewichtszunahme in der Schwangerschaft – Was ist normal?

Zählen auch Sie zu den verunsicherten werdenden Müttern, die sich fragen, ob die Extrapfunde auf der Waage der Norm entsprechen oder aber ein Zuviel oder Zuwenig kennzeichnen? Dann werden Sie in diesem Beitrag die wesentlichen Antworten auf Ihre Fragen rund um das Thema ‚Gewichtszunahme während der Schwangerschaft‘ finden. Sie müssen sich also nach der Lektüre auch keine Sorgen mehr darüber machen, wie Sie eventuelle Fettpölsterchen nach der Geburt wieder loswerden können. Denn in den folgenden Abschnitten werden Sie nicht nur wichtige Fakten darüber lernen, was in puncto Gewicht als werdende Mutter normal ist und was nicht. Vielmehr werden auch effektive Möglichkeiten aufgezeigt, in dieser ganz besonderen Phase Ihres Lebens die Kontrolle über Ihre Ess- und Lebensgewohnheiten zu behalten, so dass Sie mühelos wieder zu Ihrer ursprünglichen Figur zurückfinden, wenn Ihr Kind erst einmal das Licht der Welt erblickt hat.

Gewichtszunahme während der Schwangerschaft – einige Fakten als Einstieg

Dass die Waage bei einer werdenden Mutter mehr Pfunde aufzeigt, ist nachvollziehbar. Schließlich tragen Sie ungeborenes Leben in sich, welches sich in einem Zeitraum von rund neun Monaten kontinuierlich entwickelt. In Zahlen ausgedrückt heißt dies, dass Ihr Baby bis zum Ende der Schwangerschaft etwa 50 cm groß wird. Was dies konkret für Ihr Gewicht bedeutet, lässt sich nicht verallgemeinern. In der Regel spricht man von einem Durchschnittswert von 12, 5 kg zusätzliches Gewicht. Schwankungen zwischen 10 kg und 20 kg als äußerste Grenzen sind jedoch keine Ausnahmefälle. Auch in Bezug auf die Phase der Schwangerschaft, in der Sie mit einer erhöhten Gewichtszunahme rechnen sollten, gibt es keine allgemeingültigen Angaben. Während einige Frauen vornehmlich innerhalb der letzten 20 Wochen mehr Pfunde auf die Waage bringen, geschieht dies bei anderen bereits zu Beginn der Schwangerschaft.

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Gewichtsentwicklung in der Schwangerschaft – einzelne Etappen im Diskurs

Trotz der zahlreichen, individuell bedingten Abweichungen von der Norm lassen sich mit Blick auf den Verlauf der Gewichtszunahme einige Anhaltspunkte nennen. So wird beispielsweise während des ersten Schwangerschaftsdrittels im Durchschnitt eine Zunahme von rund ein bis zwei Kilogramm verzeichnet. Einfluss auf den tatsächlichen Wert, den die Waage im Einzelfall anzeigt, haben zudem weitere Faktoren wie die bei werdenden Müttern häufig auftretenden Heißhungerattacken sowie die legendäre Übelkeit inklusive Erbrechen. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel legen sich diese anfänglichen Symptome zumeist, so dass mit einer Gewichtszunahme bis zu sechs Kilogramm zu rechnen ist. Im letzten Drittel wiederum zeigt die Waage in der Regel etwa fünf Kilogramm zusätzlich an. Jedoch hängen auch hier die konkreten Zahlen von individuellen Faktoren ab. Bei der Zusammensetzung des Extragewichts fällt auf, dass lediglich 3500 Gramm von Ihrem Kind beansprucht werden. Bis zu 1000 Gramm werden für das Fruchtwasser, maximal 650 Gramm für den Mutterkuchen, 1000 Gramm für die Gebärmutter, 500 Gramm für die Brust, 1700 Gramm für das Depotfett, 1500 Gramm für das Blutvolumen und zwischen 2000 und 4000 Gramm für das Gewebswasser benötigt.

Schrittweise Gewichtszunahme als Idealform

In Bezug auf den Verlauf der Gewichtszunahme zeichnen sich gleichermaßen verschiedene potentielle Szenarien ab. Als optimal erweist sich zweifellos eine gleichmäßige Zunahme an zusätzlichem Gewicht. Diese bewahrt den Organismus vor einer plötzlichen Überlastung und ermöglicht eine langsame und umfassende Einstellung auf die körperlichen Veränderungen. Bei dieser Variante treten Schwangerschaftsstreifen weitaus seltener auf als bei einer sprunghaften Entwicklung. Zudem verlieren die betroffenen Mütter nach der Geburt die überflüssigen Pfunde in der Regel innerhalb weniger Monate, vorausgesetzt, sie halten an gesunden Lebens- und Ernährungsgewohnheiten fest. Ungünstig erweist sich hingegen eine zu schnelle bzw. zu langsame Gewichtszunahme. In beiden Fällen sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen, um eventuelle zugrundeliegende Komplikationen auszuschließen.

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Orientierungshilfe: Body-Mass-Index (BMI)

Möchten Sie berechnen, welches zusätzliche Gewicht in Ihrem ganz persönlichen Fall als ’normal‘ angesehen werden kann, so erweist sich der sogenannte Body-Mass-Index als hilfreiches Element. Auf den Punkt gebracht geht es darum, sich auf den Zeitpunkt vor Ihrer Schwangerschaft zu konzentrieren. Dabei lässt sich der BMI ganz einfach mittels der Formel: Körpergewicht geteilt durch Körperlänge zum Quadrat berechnen. Zudem bieten einige Seiten einen entsprechenden Rechner an. Während ein BMI ab 30 auf sehr starkes Übergewicht verweist, gelten bei Frauen Werte zwischen 20 und 25 als angemessen. Experten haben die ideale Gewichtszunahme in einer Schwangerschaft wie folgt unterteilt. Bei untergewichtigen Frauen mit einem BMI, welcher unter 18, 5 liegt, entsprechen zwischen 12, 7 und 18, 2 Kilogramm an Zusatzgewicht der Norm. Übergewichtige Frauen mit einem BMI zwischen 25 und 29, 9 wiederum sollten nicht mehr als 6, 8 bis 11, 4 Kilogramm zunehmen. Der Mittelwert für Normalgewichtige liegt hingegen zwischen 11, 4 und 15, 9 Kilogramm.

Das Gewicht als Indikator für einen optimalen Schwangerschaftsverlauf?

Wurde in der Vergangenheit noch die Bandbreite zwischen acht und zwölf Kilogramm zusätzliches Gewicht als ausschlaggebend für das Wissen um die Gesundheit von Mutter und Kind angesehen, so führt heute eine Vielzahl an unterschiedlichen Faktoren zu einer entsprechenden Schlussfolgerung. Im Zentrum stehen dabei die regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen, mit denen die Entwicklung des Kindes genau dokumentiert werden kann. Zudem verweisen sie darauf, ob die Höhe der Fruchtwassermenge dem Ideal entspricht. Möchten Sie den Verlauf Ihrer Schwangerschaft abgesehend davon positiv beeinflussen, so sollten Sie Ihre Lebensgewohnheiten idealerweise bereits im Vorfeld umstellen. Abzuraten ist in diesem Zusammenhang von sämtlichen Diäten. Denn diese rauben Ihnen nicht nur die gerade für diese Phase so notwendige Energie, sondern bergen auch das Risiko in sich, Ihr ungeborenes Kind nur unzulänglich mit essentiellen Nährstoffen zu versorgen.

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Gesunde Lebensweise – Wesentliche Voraussetzung für Normalgewicht

Abgesehen von regelmäßiger Bewegung spielt natürlich auch die Ernährung eine große Rolle, wenn es darum geht, während der Schwangerschaft in Form zu bleiben und nach der Geburt so schnell wie möglich zu dem persönlichen Normalgewicht zurückzufinden. Werdende Mütter neigen dazu, die mit ihrem Zustand einhergehenden physischen und psychischen Herausforderungen sowie die Tatsache, dass sie nunmehr ja ‚für zwei Personen essen müssen‘, auszunutzen und sich mit allen Leckereien zu verwöhnen, die sie sich zuvor nicht zugestanden haben. Wie sooft gilt es auch hier, das richtige Mittelmaß zu finden. Konkret bedeutet dies eine ausgewogene Ernährung mit möglichst vielen vitamin- und mineralstoffreichen Lebensmitteln. Hinsichtlich des häufig als Rechtfertigung angeführten erhöhten Bedarfs an Nährstoffen während einer Schwangerschaft ist darauf zu verweisen, dass dieser nicht höher als 300 Kalorien am Tag liegt. Wird dieser Wert überschritten, so lassen zusätzliche Fettpölsterchen nicht lange auf sich warten.

Bildquelle: Titelbild – © adrian825

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1 Kommentar

  • Antwort Martin 19. Oktober 2017 at 13:41

    Schöner Artikel, hat sich sehr gut gelesen und mich sehr für meine eigene Webseite inspiriert :)

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