HCG Schwangerschaftshormon
Schwangerschaft

HCG – Wissenswertes zum Schwangerschaftshormon

Sie vermuten, dass Sie schwanger sind, möchten es aber ganz genau wissen? Nichts leichter als das. Ein Schwangerschaftstest für zu Hause lässt sich mühelos und bequem in Ihrem Badezimmer durchführen. Diese Tests beantworten Ihre Frage nicht nur schnell und zuverlässig, einige davon können Sie sogar bereits vor dem Ausbleiben Ihrer Periode verwenden. Alle Schwangerschaftstests für den Hausgebrauch basieren auf dem humanen Choriongonadotropin (HCG), einem Schwangerschaftshormon, welches die Plazenta schon kurz nach der Einnistung des Embryos in den Uterus bildet. Doch was ist das für ein Hormon und was bewirkt es?

Humanes Choriongonadotropin (HCG) – was genau ist das?

Der Botenstoff HCG wird von der Plazenta, dem sogenannten Mutterkuchen, gebildet. Diese entwickelt sich zu Beginn der Schwangerschaft und dient dem Austausch wichtiger Nährstoffe und Stoffwechselprodukte zwischen Ihnen und Ihrem ungeborenen Kind. Von der Plazenta aus gelangt es über Ihre Nieren bis in den Blutkreislauf und von dort aus zu den Eierstöcken und zum Gehirn.

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Am Ziel angekommen, verbreitet es eine wichtige Botschaft: Es teilt Ihren Eierstöcken und Ihrem Gehirn mit, dass Sie neues Leben in sich tragen, und sorgt auf diese Weise dafür, dass weitere Eisprünge und die Menstruationsblutung ausbleiben. Darüber hinaus bewirkt es die Abgabe der Gelbkörperhormone Progesteron und Östrogen, welche für den Erhalt und das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich sind.

Welcher HCG-Wert ist während der Schwangerschaft normal?

Den HCG-Wert bestimmen Ärzte nicht nur zum Nachweis einer Schwangerschaft, sondern auch um deren Verlauf zu beobachten und etwaige Komplikationen auszuschließen. So kann ein sehr langsam ansteigender oder wieder abfallender HCG-Spiegel auf eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft hindeuten.

Umgekehrt kann ein sehr stark steigender HCG-Wert darauf hinweisen, dass in Ihrer Gebärmutter mehrere Embryonen heranwachsen. Da der HCG-Spiegel jedoch von Frau zu Frau sehr unterschiedlich ausfällt, gibt es keine einheitlichen Richtwerte und somit auch keinen Grund sich verrückt zu machen, sollten Ihre Werte einmal außerhalb des als normal angesehenen Bereichs liegen.

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Bei nicht-schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter bewegt sich der Normalwert unter 2 IE/l (Internationale Einheiten pro Liter). Während der ersten zwei Schwangerschaftswochen steigt der HCG-Spiegel im Blut rasant an und verdoppelt sich alle zwei, später alle drei und nach fünf Wochen nur noch alle fünf Tage. Seinen höchsten Wert erreicht er zwischen der achten und zwölften Woche. Danach sinkt er wieder ab und bleibt bis zur Geburt verhältnismäßig konstant auf einem niedrigeren Stand. Anschließend geht er auf den vor der Schwangerschaft vorhandenen Normalwert zurück. Da die Schwankungsbreite des Normalbereichs sehr groß ist, lassen die Werte keine Rückschlüsse auf die Schwangerschaftswoche zu.

HCG-Normwerte im Verlauf der Schwangerschaft:

  • 3. – 4. SSW – 9 bis 130 IE/l
  • 4. – 5. SSW – 75 – 2.600 IE/l
  • 5. – 6. SSW – 850 – 20.800 IE/l
  • 6. – 7. SSW – 4.000 – 100.200 IE/l
  • 7. – 12. SSW – 11.500 – 289.000 IE/l
  • 12. – 16. SSW – 18.300 – 137.000 IE/l
  • 16. – 29. SSW – 1.400 – 53.000 IE/l
  • 29. – 41. SSW – 940 – 60.000 IE/l

Ab wann lohnt ein Schwangerschaftstest?

Der Nachweis einer Schwangerschaft über das Blut ist frühestens ein bis zwei Wochen nach der Befruchtung möglich. Mit einem weniger empfindlichen Test über Ihren Urin sollten Sie bis vierzehn Tage nach dem Eisprung warten, da erst dann die HCG-Konzentration hoch genug ist. Auf sogenannte Frühtests oder Pretests sollten Sie sich besser nicht verlassen, da diese kein sicheres Ergebnis liefern. Sie wären nicht die Erste, die ein negatives Ergebnis erhält, obwohl sie längst schwanger ist. Gedulden Sie sich hingegen bis zum Tag der erwarteten Periode, liegt die Zuverlässigkeit bei 90, eine Woche später bei 97 Prozent.

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HCG als Auslöser für Schwangerschaftsübelkeit

Gehören Sie zu den Frauen, die während Ihrer Schwangerschaft mit morgendlicher Übelkeit, Ekel vor bestimmten Speisen und einer äußerst empfindlichen Nase zu kämpfen haben? Kein Grund zur Sorge. Das geht etwa 75 Prozent aller Schwangeren so. Die Ursache dafür ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der steigende HCG-Spiegel. Denn sobald dieser wieder sinkt, erledigt sich das Problem meist von ganz allein.

Wie stark die Schwangerschaftsübelkeit ausfällt und über welchen Zeitraum sie auftritt, ist individuell verschieden. Manchen Frauen ist nur morgens nach dem Aufstehen schlecht, andere müssen sich ständig übergeben. Eine besonders schwere Form ist die Hyperemesis gravidarum (HG), bei welcher die Betroffenen bis zu zwanzig Mal pro Tag erbrechen. Ein Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent, Schwierigkeiten bei der Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme sowie die daraus resultierende Dehydration machen eine Klinikeinweisung oft unumgänglich.

Obwohl die Übelkeit äußerst unangenehm und anstrengend und der Körper schlapp und müde ist, müssen Sie sich nicht um das winzige Leben in Ihrem Bauch sorgen. Der Ausspruch: „Speikind gleich Gedeihkind“ kommt nicht von ungefähr. Mutter Natur stellt sicher, dass sich das Kind an Ihren Reserven bedient und damit bestens verpflegt ist.

Medizinern zufolge ist die Übelkeit wegen des hohen HCG-Wertes sogar ein Hinweis auf eine besonders stabile Schwangerschaft. Darüber hinaus ist das Unwohlsein auch eine Schutzfunktion des Körpers, denn die Schwangeren reagieren oftmals auf Stoffe, die für das Baby schädlich sein könnten. Dazu zählen beispielsweise Koffein, Nikotin und Alkohol. Auch stark gewürzte oder sehr fette Speisen stoßen die meisten Frauen während der ersten Schwangerschaftswochen eher ab, was wahrscheinlich mit dem erhöhten Risiko von Salmonellen und anderen gefährlichen Erregern zusammenhängt.

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Sie gehören zu den 25 Prozent der Frauen, die sich in der ersten drei Schwangerschaftsmonaten richtig gut fühlen? Nur nicht nervös werden. Zwar gilt die Schwangerschaftsübelkeit als sicheres Zeichen, dass es Ihrem Sprössling gut geht, bleibt sie aus, muss dies aber noch längst nichts Schlechtes bedeuten. Jede Schwangerschaft ist anders und die meisten Frauen, denen nie übel war, haben trotzdem ein gesundes Kind auf die Welt gebracht.

HCG bei der Kinderwunschbehandlung

HCG wird nicht hauptsächlich in der Schwangerschaft gebildet, das Hormon kann Ihnen aber auch dabei helfen, schwanger zu werden. Im Rahmen der Sterilitätsbehandlung wird das humane Choriongonadotropin in Form einer Injektion zum Auslösen des Eisprungs nach vorausgegangener Stimulationsbehandlung und zur Unterstützung der Gelbkörperphase verwendet. Die Ovulation findet etwa 34 bis 36 Stunden nach Verabreichen der HCG-Spritze statt. Zu diesem Zeitpunkt werden bei einer In-vitro-Fertilisation die Eizellen entnommen. Eine Insemination erfolgt für gewöhnlich ein bis eineinhalb Tage nach der Eisprungspritze. Des Weiteren kommt die HCG-Spritze zum Einsatz, um das Timing beim Geschlechtsverkehr zu verbessern.

HCG schütz vor Brustkrebs

Die Wissenschaftler des Fox Chase Cancer Centers in Philadelphia konnten in einer Studie an Ratten den Nachweis erbringen, dass das Hormon HCG die DNA der Brustzellen verändert und diese damit widerstandsfähiger gegen krebsartige Veränderungen macht. Einer Studie der Universität von Buffalo zufolge besteht außerdem bei Schwangeren, denen sich in den ersten Schwangerschaftsmonaten regelmäßig der Magen umdreht, ein um 30 Prozent geringeres Brustkrebsrisiko als Frauen, die von diesen Beschwerden verschont bleiben. Zurückgeführt wird dies auf den besonders hohen HCG-Wert der Betroffenen.

Wie waren Ihre Erfahrungen mit dem HCG-Hormon, sei es beim Schwangerschaftstest, im Zusammenhang mit der Schwangerschaftsübelkeit oder während einer eventuellen Kinderwunschbehandlung? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

Bildquelle Titelbild: © Leonid Andronov  – Fotolia.com

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