Sonnenschutz für Babys: 9 Tipps zum Schutz vor der Sonne
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Sonnenschutz für Babys: 9 Tipps zum Schutz vor der Sonne

Der Sommer naht und damit auch die Zeit, in der Sie Ihr Baby besonders gut vor den schädigenden Einflüssen der Sonne schützen müssen. Selbst an weniger schönen Tagen dringt noch so viel UV-Strahlung durch die Wolkendecke, dass die empfindliche Babyhaut ohne entsprechenden Schutz einen Sonnenbrand erleiden kann. In unserem Blog verraten wir Ihnen, wie Sie die Sonne zusammen mit Ihrem Nachwuchs dennoch sorgenfrei genießen können.

Was macht Sonnenlicht eigentlich gefährlich?

Die wohlige Wärme, die wir auf unserer Haut verspüren, während wir uns ein ausgiebiges Sonnenbad gönnen, stammt von der langwelligen Infrarotstrahlung. Doch ein Sonnenbrand entsteht nicht durch die Wärmestrahlung (IR), sondern wird durch kurzwellige Ultraviolette Strahlen (kurz UV-Licht) ausgelöst. Das besonders Gefährliche an UV-Licht ist, dass wir es nicht wahrnehmen können und es tief in die Haut eindringt.

Was gibt es beim Sonnenschutz für Ihr Baby / Kleinkind zu beachten?

Bedenken Sie immer: Ihr Baby ist noch nicht in der Lage, sich selbst vor der Sonne zu schützen. Die Haut von Kleinkindern ist nur ca. ⅒ so dick wie die von Erwachsenen, weshalb die gefährliche UV-Strahlung weitaus tiefer eindringen kann. Sie als Eltern sind dafür verantwortlich, Ihren Liebling den nötigen Sonnenschutz zukommen zu lassen. In unserem Artikel erfahren Sie einige wichtige Tipps um Ihr Kind bestmöglich vor der Sonne zu schützen.

9 Tipps für den perfekten Sonnenschutz für Ihr Baby

1. Babys gehören in den Schatten

Babyhaut besitzt noch keinen Eigenschutz gegen UV-Strahlung. Schon 10 bis 15 Minuten in der prallen Sonne genügen, um die Haut Ihres Kindes zu verbrennen. Deshalb sollten Sie es möglichst nie der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen, sondern vor allem in der Mittagshitze im Haus oder zumindest im Schatten lassen. Auch mit Sonnenschutz wie Verdeck oder Schirm gehört der Nachwuchs nicht in die Sonne, da sonst eine Überhitzung droht.

Ausflüge mit dem Kinderwagen sollten Sie auf die Morgenstunden oder die späten Nachmittagstunden bzw. den Abend verlegen. Im Auto hält ein abnehmbarer UV-Schutz für die Fensterscheibe die Strahlung der Sonne fern. Zwar filtert das Glas die aggressive UV-B-Strahlung, die UV-A-Strahlung gelangt jedoch ohne zusätzlichen Schutz hindurch. Diese ist zwar weniger gefährlich als die UV-B-Strahlung, kann aber die Haut Ihres Babys dennoch schädigen.

Keinesfalls dürfen Sie Ihr Kleines an warmen Sonnentagen allein im Auto lassen. Der Innenraum des Fahrzeugs verwandelt sich schon nach kurzer Zeit in einen heißen Backofen, in dem Ihr Kind in akuter Lebensgefahr schwebt. Selbst bei moderaten Außentemperaturen steigt die Temperatur nach einiger Zeit auf gefährliche Werte.

2. Mittagsstunden lieber drinnen verbringen

Wenn die Sonne am höchsten steht (ca. 11:00 bis 15:00 Uhr) sollten Sie einen Aufenthalt im Freien lieber meiden. Die Intensität der Sonnenstrahlung ist zu diesem Zeitpunkt am höchsten und kann innerhalb kürzester Zeit die empfindliche Haut Ihres Babys verbrennen. Dies liegt daran, dass die Sonnenstrahlen um die Mittagszeit einen kürzeren Weg durch unsere Erdatmosphäre nehmen. Steht die Sonne am Morgen oder Abend knapp über dem Horizont, schluckt unsere Atmosphäre einen Großteil der Strahlungsenergie.

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3. Die richtige Bekleidung für den Aufenthalt in der Sonne

Mit sonnengerechter Bekleidung können Sie Ihr Baby sehr gut vor den Auswirkungen der Sonne schützen. Die Kleidungsstücke sollten luftig sein, nicht zu eng anliegen und den Körper so weit wie möglich bedecken. Ideal sind langärmlige T-Shirts oder Hemden und weit geschnittene lange Hosen.

Bedenken Sie bitte, dass nicht alle Stoffe sonnendicht sind. Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Produkte, welche die UV-Strahlung der Sonne mithilfe spezieller Webtechniken oder Imprägnierungen von der zarten Babyhaut fernhalten. Den besten Schutz bietet Babybekleidung nach dem UV-801 Standard. Die Euro-Norm EN 13758-1/13758-2 und der australisch-neuseeländische Standard AS/NZ 4399:1996 gewährleisten ebenfalls geprüfte UV-Schutzwerte.

Auch beim Planschen im Wasser sollten die Schultern und der Rücken Ihres Kindes durch ein T-Shirt vor der Sonne geschützt werden. Im nassen Zustand bieten allerdings nur fest gewebte Baumwoll-T-Shirts oder Kleidungsstücke mit einem UV-Schutzfaktor ausreichend Schutz. Für die kleinen Füßchen empfehlen sich Schuhe, die den Fuß, also auch Fußrücken und Ferse, weitgehend bedecken.

Auch wenn die Sonne noch so lockt – mit dem gemeinsamen Planschen sollten Sie frühestens ab dem sechsten Lebensmonat beginnen. Der Unterschied zwischen Außen- und Wassertemperatur darf dabei nicht zu groß sein, da der kleine Organismus hohe Temperaturgefälle nicht verkraften kann.

 Die Zeitschrift Ökotest hat vor einigen Jahren Kinderkleidung mit UV-Schutz getestet.

4. Ein Sonnenhut schützt Kopf, Stirn und Nacken

Egal wie warm es ist, Babys sollten im Sommer immer eine Kopfbedeckung tragen. Der Haarflaum ist meist noch zu dünn, um das Köpfchen vor der stechenden Sonne zu schützen. Schlimmstenfalls droht ein Sonnenstich – eine Reizung der Hirnhäute. Optimal ist ein Hut mit umlaufender Krempe, die zugleich Stirn, Nase und Nacken vor einem Sonnenbrand schützt. Auch Modelle mit Schirm, Ohrenschutz und Nackenschutz sind zu empfehlen.

Ist Ihr Kleines im Kinderwagen gut vor der Sonne geschützt, beispielsweise durch ein Sonnensegel, können Sie ihm die Mütze abnehmen, da der Temperaturaustausch bei Babys am besten über den Kopf funktioniert. Meutert Ihr Kind grundsätzlich gegen Hüte und Co. sollten Sie verschiedene Modelle ausprobieren. Die Auswahl ist so riesig, dass sich selbst für den wählerischsten kleinen Erdenbürger etwas geeignetes findet.

5. Socken und Schuhe

Vor allem die Oberseite der Füßchen ist der Sonne direkt zugewandt und damit stark Sonnenbrand gefährdet. Socken oder Schuhe stellen für die Füße den optimalen Sonnenschutz für Ihr Kind dar. Ein weiterer Vorteil von Socken bzw. Schuhen ist, dass diese gleichzeitig einen Schutz gegen lästige oder gar gefährliche Insektenstiche oder spitze Gegenstände darstellen.

6. Auch Babys Augen brauchen Schutz vor der Sonne

Da Kinder größere Pupillen und hellere Augenlinsen haben als Erwachsene, kann mehr UV-Strahlung ins Augeninnere gelangen und dort zu Netzhautschäden führen. Da Sie Ihr Baby ohnehin nicht der direkten Sonne aussetzen sollten, benötigt es für gewöhnlich keine Sonnenbrille. Eine Mütze oder ein Hut mit Schirm und das Verdeck des Kinderwagens bieten hinreichend Schutz.

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Begeben Sie sich jedoch in Regionen, in denen Ihr Nachwuchs zusätzlich zur Sonne noch einer Blendwirkung ausgesetzt ist, beispielsweise an einem See, am Meer oder im Hochgebirge, kann eine Sonnenbrille dennoch gute Dienste leisten. Achten Sie beim Kauf aber darauf, dass die Brille ein CE-Siegel und das Zeichen UV400 besitzt.

Um ihr Baby an die Brille zu gewöhnen, sollten Sie ihm diese immer aufsetzen, wenn auch Sie Ihre tragen. Machen Sie das am besten, wenn Sie schon außerhalb Ihrer vier Wände sind, damit Ihr Schatz sich nicht vor der plötzlichen Dunkelheit erschreckt.

7. Sonnenschutz für Kinderwagen und Babyschalen

Auch bei Ausflügen im Kinderwagen oder in der Babyschale kann die Sonne Ihrem Kind schaden. Ein großer Sonnenschirm für Kinderwagenkaufen oder ein Sonnensegel spendet ausreichend Schatten und schützt Ihren Liebling vor Verbrennungen. Ein spezieller UV-Schutz im Sonnenverdeck verhindert, dass die Ultraviolette Strahlung der Haut Ihres Kindes schaden. Unter einem Sonnensegel können Sie Ihrem Kind getrost das Sonnenhütchen abnehmen, um einer Überhitzung vorzubeugen.

8. Viel Flüssigkeit

An besonders heißen Tagen gilt es, nicht nur die Haut Ihres Babys zu schützen und es vor einer gefährlichen Überhitzung zu bewahren. Auch die Gefahr einer möglichen Dehydrierung muss bedacht werden. Aus diesem Grund sollten Sie vor allem an extrem heißen Tagen viel Flüssigkeit anbieten. Da vor allem bei Babys die Fähigkeit zu Schwitzen noch nicht vollkommen entwickelt ist, sollten Sie an solchen Tagen lieber kühlere Orte aufsuchen.

9. Sonnencreme: Bei Babys mit Bedacht einsetzen

Viele Experten raten davon ab, Babys unter einem Jahr mit Sonnenschutzmitteln einzucremen. Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention warnen hingegen nur vor einer übermäßigen Belastung der empfindlichen Kinderhaut mit Sonnencremes. Sie müssen also nicht generell auf den Einsatz entsprechender Produkte verzichten, sollten diese aber nur verwenden, wenn es unbedingt erforderlich ist, und dann auch nicht am ganzen Körper.

Diese Vorsichtsmaßnahme hat zwei Gründe. Zum einen haben Babys, im Vergleich zu Erwachsenen, eine im Verhältnis zum restlichen Körper größere Hautoberfläche. Sie nehmen daher mehr der in den Cremes enthaltenen Chemikalien über die Haut auf als erwachsene Personen. Zum anderen können Babys ihren Körper noch nicht richtig durch Schwitzen abkühlen. Die Sonnencreme erschwert das Schwitzen zusätzlich und könnte sich, dadurch nachteilig auf Ihren Nachwuchs auswirken.

Benutzen Sie Sonnenschutzprodukte daher am besten nur an Stellen, die sich nicht mit Kleidung schützen lassen und verwenden Sie möglichst nur speziell für Babys geeignete Erzeugnisse mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor – auch LSF genannt. Sonnenschutzcremes für Erwachsene enthalten meist chemische Filter, Allergie auslösende Stoffe und Hormone und eignen sich absolut nicht für Säuglinge und Kleinkinder. Produkte mit Alkohol sowie Gele sollten Sie ebenfalls vermeiden, da diese die zarte Babyhaut austrocknen.

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Cremen Sie Ihr Baby schon zwanzig bis dreißig Minuten, bevor Sie das Haus verlassen ein, damit sich die Schutzwirkung voll entfalten kann. Vergessen Sie auch das regelmäßige Nachcremen nicht. Denken Sie aber daran, dass sich die maximale Schutzzeit dadurch nicht verlängern lässt.

Was tun bei Sonnenbrand?

Nicht immer lässt sich ein Sonnenbrand vermeiden. Irgendwann ist immer das erste Mal. Doch wie schaffen Sie eine schnelle Linderung? Sie sollten die betroffenen Stellen auf alle Fälle kühlen. Hierzu eignen sich kalte Wickel hervorragend. Tränken Sie ein Handtuch in kühles Wasser, wringen Sie es gut aus und wickeln / legen Sie es für max. 20 Minuten um bzw. auf die betroffene Stelle und wiederholen Sie den Vorgang. Doch übertreiben Sie es nicht, vor allem bei Babys und Kleinkindern können häufige kalte Wickel zu einer Unterkühlung führen.

Sollte ein stärkerer Juckreiz einsetzen, können sie spezielle Gels oder After-Sun-Lotionen aufgetragen. Diese beruhigen die Haut Ihres Babys und lindern den Juckreiz. Vermeiden Sie unbedingt das Auftragen von Hausmitteln wie Milchprodukten. Diese können im schlimmsten Fall zu Infektionen oder gar zu allergischen Reaktionen führen.

Was tun bei schwerem Sonnenbrand oder einem Sonnenstich?

Sollte ein Großteil der Haut von der Sonne verbrannt sein oder bemerken Sie bei Ihrem Kind die ersten Anzeichen eines Sonnenstichs? Dann gilt es, keine Zeit zu verlieren. Bringen Sie Ihr Kind umgehend aus der Sonne und suchen Sie schnellstmöglich ärztliche Hilfe auf. Ein großflächig auftretender Sonnenbrand sollte immer fachmännisch durch einen Arzt behandelt werden.

Ein Sonnenstich entsteht, wenn Kopf und/oder Nacken zu lange der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Anders als beim Sonnenbrand ist hierfür nicht die UV- sondern die langwellige Wärmestrahlung (kurz IR-Strahlung) verantwortlich. Diese heizt den Kopf auf, was zu einer Irritation der Hirnhaut und damit einhergehenden Entzündungsreaktionen führt. Vor allem Kleinkinder und Babys sind hiervon besonders gefährdet. Die Fontanelle und die geringe Kopfbehaarung sorgen dafür, dass die Wärmestrahlen den Kopf ungehindert erreichen und tiefer eindringen können.

Die typischen Symptome eines Sonnenstichs treten meist erst einige Stunden später auf und sind unter anderem starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, ein heißer und roter Kopf oder Benommenheit. In diesem Fall müssen Sie rasch handeln. Bringen Sie Ihr Kind umgehend aus der Sonne und an einen kühlen Ort, befreien Sie es von zu warmer oder einschnürender Kleidung und legen Sie es mit leicht aufgerichtetem Oberkörper auf den Rücken, um den Druck auf sein Gehirn zu mindern. Geben Sie ihm reichlich zu trinken und versuchen Sie, seine Körpertemperatur zu senken. beispielsweise mit kalten Tüchern auf der Stirn.

Sollten diese Erste-Hilfe-Maßnahmen keine oder nur sehr langsam Wirkung zeigen, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren. Bei Kindern unter 2 Jahren sollte in allen Fällen ein Arzt aufgesucht werden. Ein Sonnenstich lässt sich durch das Tragen einer hellen Kopfbedeckung (z. B. breiter Sonnenhut) vermeiden.

Bildquelle: Titelbild © poplasen – iStock

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