Die U-Untersuchungen bei Neugeborenen anschaulich erklärt
Gesundheit

Die U-Untersuchungen bei Neugeborenen anschaulich erklärt

Die sogenannten U-Untersuchungen wirken für viele frischgebackene Eltern auf den ersten Blick verwirrend. Dabei stellt sich in der Regel vor allem die Frage, wie wichtig sie sind, wann sie genau stattfinden und was sich im Einzelnen dahinter verbirgt. Damit Sie auch ja keinen Termin verpassen, nicht unnötige Zeit mit Sorgen und Unsicherheiten vergeuden und somit Ihrem Neugeborenen Ihre ganze Liebe und Aufmerksamkeit widmen können, haben wir für Sie in den folgenden Abschnitten die wichtigsten Untersuchungen zusammengestellt. Bei der Durchsicht werden Sie schnell feststellen, dass es sich hier keinesfalls um eine Kunst für sich handelt und dass Sie mit einem praktischen Kalender gewiss keine Schwierigkeiten haben werden, diesen wichtigen Bestandteil der frühkindlichen Präventivmaßnahmen zu meistern.

Eine gesunde Entwicklung in der Kindheit als wesentlicher Baustein für ein langes, erfülltes Leben – ein Einstieg

Der Sinn und Zweck medizinischer Kontrolluntersuchungen in der Kinder- und Jugendzeit muss an dieser Stelle sicherlich nicht ausführlich erläutert werden. Gerade in dieser wichtigen Phase ist es von großer Bedeutung, regelmäßig zu überprüfen, ob sich Ihr Kind gesund entwickelt. Schließlich können nur auf diese Weise eventuelle Defizite erkannt und die erforderlichen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Entsprechend beschränken sich die U-Untersuchungen auch keinesfalls nur auf die frühkindliche Entwicklung, sondern erstrecken sich bis zum 16. bzw. 17. Lebensjahr. Der Inhalt jeder Untersuchung hängt von dem Alter des Kindes ab. Einen sehr hilfreichen ‚roten Faden‘ bieten in diesem Zusammenhang zwei Hefte, die Sie als Eltern nach der Geburt von Ihrem Kinderarzt bekommen. Das ‚gelbe Heft‘ dient der Dokumentation der Untersuchungsergebnisse. In dem grünen Heft werden hingegen empfehlenswerte Zusatzuntersuchungen aufgeführt, die nicht immer von den Krankenkassen übernommen werden. Ebenfalls unentbehrlich erweist sich der Impfpass, welchen Sie unbedingt bei jeder U-Untersuchung dabeihaben sollten, damit Ihr Arzt bei Bedarf gleich die erforderlichen Impfungen geben kann.

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U1 – die erste Untersuchung nach der Geburt Ihres Kindes

Hat Ihr Kind erst einmal das Licht der Welt erblickt, so ist es nachvollziehbar, dass grundlegende Untersuchungen durchgeführt werden müssen. Dazu zählen unter anderem das Erfassen von Gewicht, Größe sowie Kopfumfang des Neuankömmlings. Abgesehen davon werden der Puls, die Atemtätigkeit, die Reflexe sowie der Säuregehalt des Blutes Ihres Babys getestet, um eine klare Aussage über seinen Gesundheitszustand treffen zu können. Auch das Gehör wird mittels des sogenannten Neugeborenen-Hörscreenings kontrolliert. Zudem werden Ihrem Kind im Rahmen der präventiven Maßnahmen Vitamin K-Tropfen verabreicht, um die Entstehung einer Blutgerinnungsstörung zu verhindern.

Die zweite U-Untersuchung zwischen dem 3. und 10. Lebenstag

Vorab ist darauf zu verweisen, dass Sie mit Ihrem Baby die U-Untersuchung Nummer 2 unbedingt bis zum 10. Lebenstag in Anspruch nehmen sollten. Kommen Sie einen Tag zu spät, so müssen Sie die Kosten selber tragen. Die U2 weist keine wesentlichen Unterschiede zu der U1 auf. Entsprechend erfolgt erneut eine Messung von Gewicht und Größe sowie eine weitere Dosis Vitamin K. Zudem kommt es zu einer erneuten eingehenden körperlichen Untersuchung, welche unter anderem Blut und Haut umfasst. Eine genaue Begutachtung der Haut dient vor allem dazu, die häufig bei Neugeborenen auftretende Gelbsucht auszuschließen. Zwar ist diese in der Regel harmlos, eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann jedoch eine eventuelle Eskalation verhindern. Die Bluttests erfolgen in der Regel über eine Blutentnahme an der Ferse und dienen dazu, eventuelle hormonelle Störungen oder Stoffwechselerkrankungen festzustellen. Ähnliches gilt für die Körperhaltung und hier insbesondere die Position der Hüfte. Fehlstellungen können so ebenfalls rechtzeitig erkannt und behoben werden. Wie bei allen Untersuchungen gilt auch hier, dass Sie sich im Anschluss an die Tests mit allen potentiellen Fragen oder Unsicherheiten an Ihre Kinderärztin bzw. Ihren Kinderarzt wenden können. Zu den häufigsten Themen zählen dabei allgemeine Vorsorgemaßnahmen sowie die eventuelle zusätzliche Verabreichung von Vitaminen und Mineralien, darunter beispielsweise Vitamin D.

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U3 und U4 – weitere Basisuntersuchungen bis zum vierten Lebensmonat

Auch die folgenden Untersuchungen dienen der Bestimmung des Wachstums sowie der Feststellung eventueller Beschwerden oder Mängel. Die U3 findet von der vierten bis zur fünften Lebenswoche statt. Wieder werden Größe und Gewicht gemessen, die Organe untersucht und die Reflexe getestet. Doch auch Körperhaltung und Sehkraft stehen im Zentrum dieser Untersuchung. Zudem können Sie Ihr Kind im Anschluss an die U-Untersuchung ab dem zweiten Monat impfen lassen. In der U4, welche zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat durchgeführt wird, kommt es erneut zu einer Untersuchung von Organen, Reflexen, Gehör und Sehvermögen. Auch Kopfumfang, Größe und Gewicht werden gemessen.

Der sechste bis siebte Lebensmonat im Zeichen der Wahrnehmungsfähigkeit

Abgesehen von den bereits bekannten Untersuchungen unterscheidet sich die U5 von ihren Vorgängerinnen aufgrund einer neuen Schwerpunktsetzung. Im Zentrum steht dabei vor allem die Wahrnehmung Ihres Babys zusammen mit seiner Reaktionsfähigkeit. Entsprechend werden Sehkraft und Gehör erneut getestet. Doch auch Denkvermögen und Beweglichkeit sind zunehmend Gegenstand der Untersuchung. Ein wichtiger Aspekt in diesem Kontext ist das Maß an Aufnahme- und Kommunikationsfähigkeit. Schließlich handelt es sich hier um die Phase, in der Ihr Kind vielleicht zum ersten Mal versucht, sich in Form von Lauten zu artikulieren und auf diese Weise eine Verbindung zu seinem Umfeld herzustellen.

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Die U6 zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat

Zwar gibt es insgesamt 10 kostenlose Vorsorgeuntersuchungen für Babys und Kinder. Zudem ist die medizinische Behandlung bis zum 18. Lebensjahr ebenfalls frei von Gebühren. Jedoch wird die U6 häufig als eine Art Abschluss der frühkindlichen Phase angesehen. Bis zum ersten Lebensjahr können Kinder zumeist erste Wörter wie ‚Mama‘ und ‚Papa‘ sagen. Zudem sind sie in der Lage, ohne Hilfe zu stehen. Inwieweit sich diese Entwicklungen auch bei Ihrem Kind zeigen, wird in der U6 neben den aus der Vergangenheit bekannten Messungen und Tests überprüft. Nach Abschluss der sechsten Untersuchung besteht die Option der Impfung gegen Windpocken, Röteln, Masern und Mumps.

U7 bis U9 als Vorbereitung für den Schulalltag

Mit dem sechsten Lebensjahr, wenn Ihr Kind schulpflichtig wird, endet die Staffel der grundlegenden präventiven Untersuchungen von U1 bis U2. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten Sie sich jedoch an das Angebot halten und den umfangreichen Gesundheitscheck ausnahmslos wahrnehmen, um sicherzustellen, dass Ihr Kind keinerlei Auffälligkeiten oder Störungen aufweist, sondern sich normal entwickelt. Um die genauen Zeiträume in Erfahrung zu bringen, können Sie ganz einfach den Terminrechner für U-Untersuchungen nutzen. Nach Eingabe des Geburtsdatums Ihres Kindes erfolgt eine Aufführung sämtlicher wichtiger Termine.

Bildquelle Titelbild: ©bluecinema – iStock.com

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