Baby-Entwicklung

Warum Malen für Kinder so wichtig ist!

Ihr Kind lernt unsere Welt in einem atemberaubenden Tempo kennen, die motorischen und intellektuellen Fähigkeiten werden jeden Tag aufs Neue herausgefordert – und auch die Kreativität kommt dabei nicht zu kurz. Haben Sie sich dabei schon einmal überlegt, die Vorstellungskraft Ihres Kindes mit Malen anzuregen? Diese sowohl spannende als auch spielerische Freizeitaktivität fördert nämlich nicht nur kreative Ausbrüche, sondern kommt Ihrem Kind auch in ganz besonderen Situationen zugute.

Warum ist Malen für Kinder so wichtig?

Oberflächlich betrachtet handelt es sich beim Malen zwar nur um ein Spiel, und besonders anfangs gleichen die ersten Versuche mit Bleistift, Pinsel und Papier wahrscheinlich eher Kritzeleien. Irgendwann wird aus scheinbar wahllosen Strichen jedoch vielleicht ein Haus – und dann gesellen sich dazu ein Baum, ein Haustier, die Familie und vielleicht Autos oder andere Gegenstände. Im Vergleich zum Haus ist das Auto viel zu groß geraten? Stimmt, also zeichnen wir es nächstes Mal etwas kleiner – und schon trainiert Ihr Kind das räumliche Vorstellungsvermögen und begreift Zusammenhänge wie Dimensionen und Abmessungen von Objekten.

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Vielleicht malt Ihr Kind auch gerne Gesichter: Bei den ersten Zeichenversuchen werden diese sehr rudimentär aussehen, aber nach vielen Versuchen stimmen plötzlich die Proportionen und Abstände zwischen Nase, Mund und Augen. Durch stetiges Wiederholen bekommt Ihr Kind ein exaktes Auge für Details und lernt dadurch, dass auch die kleinen, eher unscheinbaren Dinge von immenser Bedeutung sein können – und zwar im ganzen Leben und nicht nur beim Malen. Nebenbei bemerkt wird Ihr Kind diese Form des Lernens lieben, denn sowohl Jungs als auch Mädchen nehmen Stift und Papier immer gerne die in Hand.

Für eine positive Entwicklung

Neben den erwähnten Eigenschaften fördert das Malen aber auch noch ganz andere Aspekte bei der Entwicklung Ihres Kindes – und die sehen unter anderem so aus:

  • Malen fördert sowohl die Grob- als insbesondere auch die Feinmotorik. Feinste Striche entscheiden manchmal zwischen einem gelungenen Bild und einem nur durchschnittlichen Ergebnis – und das merken auch Kinder schnell, weshalb sie sich bemühen werden, eine möglichst ruhige Hand bei der Linienführung zu behalten.
  • Aufgrund dieser Tatsache kann das Malen auch für die Rechtschreibung entscheidend sein: Wer früh saubere Striche und Linien zeichnen kann, wird auch mit aus Kindersicht komplizierten Buchstaben keine Probleme bekommen. Das Schreiben wird dann häufig als eine Erweiterung der Malfähigkeiten wahrgenommen und Ihr Kind wird Spaß an dieser Aktivität entwickeln.
  • Neben den genannten technischen Entwicklungsschritten fördert das Freisetzen von Kreativität auch das Selbstbewusstsein: Kritik wird kommen, aber dadurch lernt Ihr Kind, mit Rückschlägen umzugehen. Mut und Eigeninitiative sind daher häufig die Resultate, welche durch einen frühen Umgang mit dem Zeichenblock gelehrt werden.
  • Malen benötigt auch bei Kindern Ruhe und ein exaktes Auge. Gerade sehr energiereichen Kindern gefällt das Malen als Ausgleich: Sie müssen Ihre Umwelt exakt beobachten, die Konzentrationsfähigkeit wird dadurch geschult. Das wiederum wirkt sich nicht nur auf dem Papier positiv aus, sondern in allen Aspekten des Lebens – also auch Schule und, in weiter Zukunft, Beruf.
  • Zu guter Letzt wird das Malen die Koordination von Hand und Auge schulen. Häufig ist es nämlich nicht einfach, Tast- und Sehsinn miteinander in Einklang zu bringen. Indem Sie die Kreativität Ihres Kindes durch Malen schon früh fördern, wird auch dieser Aspekt berücksichtigt.
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Das Beste kommt natürlich zum Schluss: Alle von uns genannten positiven Eigenschaften erlernt Ihr Kind automatisch und sogar gerne! Während die Schule beispielsweise nicht in jedem Kind einen Begeisterungssturm entfacht, wird es sich gegen das Malen ganz sicher nicht wehren. Sie können gemeinsam mit Ihrem Kind malen, Spaß haben und so komplett nebenbei viele positive Weichen für die Zukunft stellen.

Malen schafft Freiheit

Ihr Kind würde es zwar niemals in die folgenden Worte fassen, aber unterbewusst findet die Entwicklung beim Malen auch in der Hinsicht statt, dass sich Ihr Kind – vielleicht zum ersten Mal – als selbstbestimmtes, frei handelndes Wesen wahrnimmt. Es nimmt ein leeres Blatt Papier und sieht wenige Minuten oder Stunden später ein kleines Kunstwerk. Diese Offenbarung, dass Ihr Kind aus einem Nichts ein Etwas erschaffen kann, ist von großer Bedeutung in der Entwicklung des Kindes in jungen Jahren. Für einen sehr langen Zeitraum folgen wir im Kindesalter Anweisungen und Richtlinien und verfügen nur in einem begrenzten Rahmen über Handlungsfreiheit. Genau diese Freiheit wird Ihr Kind vielleicht zum ersten Mal beim Malen komplett wahrnehmen können.

Auch ein gewisses Maß an Stolz und Zufriedenheit wird das Malen in Ihrem Kind auslösen. Das beinahe schon typische »Mama, guck mal!«, wenn Ihr Kind ein neues Meisterwerk in den Händen hält, können Sie als Gelegenheit nehmen, lieb gemeinte Kritik zu äußern und in erster Linie zu zeigen, wie wichtig auch Ihnen das Malen ist. Sie sollten Ihr Kind auch in diesem Bereich nicht zu mehr Leistung anstacheln, aber es handelt sich, wie bereits erwähnt, beim Malen um eines der besten Mittel, die Kreativität Ihres Kindes zu fördern – und da sollten Sie natürlich aus Überzeugung dahinterstehen.

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Malen als soziales Bindeglied

Nicht zuletzt wirkt sich Malen auch positiv auf die Entwicklung sozialer Eigenschaften aus: Ihr Kind wird lernen, mit anderen zusammen zu malen und dort Ideen auszutauschen. Die geistige Entwicklung wird angeregt und das Selbstbewusstsein wird gestärkt, wenn die Fähigkeiten Ihres Kindes auch bei den anderen Teilnehmern in der Malgruppe gut ankommen. Gleichzeitig ist Malen eine Möglichkeit, einen anderen Blickwinkel auf Ideen und Objekte zu gewinnen: »Sebastian malt das Auto anders als ich – aber ist das nicht vielleicht auch in Ordnung oder sogar besser?« Toleranz und die Fähigkeit zur Selbstkritik wird Ihr Kind bis ins Erwachsenenalter begleiten, und durch das Malen wird dadurch vielleicht der erste Grundstein gelegt.

In die andere Richtung kann das Malen vielleicht auch das Konkurrenzdenken im Kind anstacheln: Bei entsprechenden Wettbewerben wird Ihr Kind lernen, Kreativität mit Leistung innerhalb eines engen Zeitrahmens zu verbinden. All das sind Eigenschaften, die Ihr Kind das gesamte Leben über nutzen wird. Es kann daher nicht schaden, sie schon früh zu trainieren – innerhalb einiger Grenzen, versteht sich, denn wir wollen nicht dazu aufrufen, Ihr Kind zu Wettbewerben zu zwingen. Dies würde der Freiheit, welche Ihr Kind durch das Malen erlernen soll, schließlich komplett widersprechen.

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Malen? Ja, bitte!

Abschließend können wir festhalten, dass es kaum eine sinnvollere Beschäftigung für Kinder gibt: Das Malen fördert so viele Eigenschaften Ihres Kindes in positiver Art und Weise und ist nebenbei eine ideale Möglichkeit, auch soziale Fähigkeiten zu trainieren. Gleichzeitig macht das Malen allen Kindern Spaß und es entsteht keinerlei Leistungsdruck – und Ihr Kind kann nichts falsch machen, denn das Papier ist schließlich nur ein Spielplatz der Kreativität ohne Regeln.

Haben Sie vielleicht ähnliche Erfahrungen beim Malen mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern machen können? Schreiben Sie uns doch kurz und lassen Sie auch andere Eltern wissen, ob Ihr „Malexperiment“ gelungen ist!

Bildquelle Titelbild: © Robert Kneschke – Fotolia.com

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1 Kommentar

  • Antwort Maximilian Always 27. Juni 2016 at 17:08

    Toller Artikel!
    Wer beteiligt sich beim Malen eigentlich mehr: Jungs oder Mädchen?

    Grüße,

    Max

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