Wenn Babys Zahnen. Tipps & Tricks gegen die Schmerzen
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Wenn Babys zahnen: Tipps gegen Schmerzen

Was tun, wenn Babys zahnen? Die 25-jährige Iris ist mittlerweile seit über einem Jahr stolze Mutter des kleinen Erik. Erik allerdings ist in den letzten Tagen so gar nicht gut drauf; kein Wunder, denn er erlebt mal wieder einen Zahnschub. Er schreit und weint oft, auch nachts und Iris würde ihrem kleinen Sohn gerne die Schmerzen abnehmen. Eigentlich kennt Iris diese Prozedur ja schon aus den ersten Lebensmonaten von Erik, kurz bevor sich die ersten Zähne gezeigt hatten, aber sie hat den Eindruck, dass er bei den aktuellen Zahnschüben mehr Schmerzen hat als noch beim Durchbruch der Schneidezähne. Gerade war Erik so weit, dass er nachts durchschläft und plötzlich wird jede Nacht für Iris zu einer echten Geduldsprobe.

Warum ist das Zahnen bei Kindern mit Schmerzen verbunden?

Vor allem die Backenzähne sind es, die dem Kind beim Durchbruch Schmerzen bereiten. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn anders als Schneidezähne sind Backenzähne groß und stumpf und können sich daher nur langsam durchs Zahnfleisch schieben. Dieser Zahnungsprozess ist also vergleichsweise langwierig und entsprechend schmerzhaft für das Kleinkind. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Kind während dieser Zeit nicht gerade gute Laune haben wird, denn Schmerzen durch Zähne heben schließlich bei niemandem die Stimmung.

Wann erscheinen bei Kleinkindern die Zähne?

Leider gibt es keine pauschal gültigen Aussagen, wann genau welcher Zahn beim Kleinkind zuerst durchbrechen wird. Während bei einem Kind die ersten Zähne bereits wenige Wochen nach der Geburt den Durchbruch wagen, kann es bei anderen Kindern mehrere Monate dauern, bis sich der erste Zahn auf die Reise Richtung Freiheit begibt. Die ersten Backenzähne sind jedoch die Zähne, die beim Kind die größten Schmerzen verursachen. Nicht weniger schmerzhaft ist der Durchbruch der zweiten Backenzähne, die sich in der Regel zum Ende des zweiten Lebensjahres melden. In der Zwischenzeit wachsen die spitzen Eckzähne, die dem Kind aber üblicherweise nur leichtes Unbehagen bereiten.

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Welche Symptome sind typisch für das Zahnen bei Kleinkindern?

Wenn sich ein Zahn kurz vor dem Durchbruch befindet, kann die betroffene Wange beim Kind gerötet und heiß sein. Ihr Kind wird seinerseits versuchen, sich Erleichterung von diesen Schmerzen zu verschaffen. Dies kann durch Kauen oder Nuckeln geschehen, was jedoch die betroffene Zahnregion noch weiter reizen und den Schmerz vergrößern kann.

Typisch Symptome für das Zahnen bei Kleinkindern sind:

  1. das Kind wird öfter die Hand in den Mund nehmen
  2. das Zahnfleisch ist angeschwollen
  3. die Temperatur ist erhöht
  4. das Kind schreit schubweise sehr intensiv
  5. in den Nächten ist das Kind sehr unruhig und hat Durchschlafprobleme

Wie können Eltern ihren Kindern helfen?

Leider können Sie Ihrem Kind die Schmerzen beim Zahnen nicht vollständig abnehmen. Allerdings gibt es eine Reihe von Tipps, die Ihrem Kind durchaus Schmerzerleichterung verschaffen können:

  • Im Handel werden spezielle Kühlbeißringe angeboten, die schmerzlindernd wirken, wenn Ihr Kind darauf herumbeißt. Einen ähnlichen Effekt können Sie jedoch auch mit einer gekühlten Karotte erzielen, vor allem weil das Kind diese direkt an die Stelle im Mund geben kann, an der sich der Schmerz befindet.
  • Manchmal kann es helfen, wenn Sie das schmerzende Zahnfleisch mit dem Finger reiben und vorsichtig massieren. Unterstützend können Sie dies mit einem Zahnungsgel kombinieren.
  • Durch kalte Zugluft können die Beschwerden beim Zahnen noch verschlimmert werden. Aus diesem Grund sollten Sie Ihrem Kind in den kalten Monaten immer eine Kopfbedeckung aufziehen. Verzichten Sie während der Zahnungszeit Ihres Kindes auch auf offene Fenster beim Autofahren.
  • Ein ganz profaner, aber durchaus hilfreicher Tipp: Lenken Sie Ihr Kind einfach von den Schmerzen beim Zahnen ab. Spielen Sie mit ihm oder lesen Sie ihm etwas vor, vor allem wenn eine Phase des Akutschmerzes gerade vorübergegangen ist.
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Kann ein Kind vom Zahnen krank werden?

An sich kann das Zahnen selbst mit einer Krankheit verglichen werden, denn die Symptome können anderen Kindererkrankungen durchaus ähnlich sein. Vor allem Ohrenschmerzen treten im Kleinkindalter häufig auf, was sich in einigen Fällen mit den Schmerzen vom Zahnen überlappen kann. Sollte Ihr Kind Fieberschübe haben, kann dies mit dem Zahnen zusammenhängen. Sollte das Fieber jedoch außergewöhnlich hoch ansteigen oder über mehrere Tage hinweg andauern, kann ein Besuch beim Kinderarzt sicherlich nicht schaden. Sollte Ihr Kind kein Fieber haben, sich aber immer wieder eine Hand an ein Ohr oder auf eine Wange halten, wird Ihnen nur der Arzt sagen können, ob dies am Zahnen, vom Ohr oder vielleicht von beidem kommt.

Übrigens kann es kurz vor dem Durchbruch von Zähnen durchaus zu Durchfällen bei Ihrem Kind kommen. Dies trifft zwar vor allem auf den Durchbruch der ersten Schneidezähne zu, kann jedoch auch beim Durchbrechen der Backenzähne vorkommen. Sollte dies nur ein oder zwei Tage lang andauern, müssen Sie sich in der Regel keine Sorgen machen. Sollte der Durchfall allerdings länger andauern, ist der Gang zum Kinderarzt ratsam.

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Die richtige Pflege vom ersten Zahn an

Mit einer optimalen Pflege der Zähne kann nicht früh genug begonnen werden. Bereits der erste Zahn sollte vorsichtig, aber gründlich geputzt werden. Vielleicht denken Sie, dass Ihr Kind ja noch gar keine Süßigkeiten oder ungesunde Lebensmittel zu sich nimmt; wahrscheinlich wussten Sie in diesem Fall aber nicht, dass bereits Muttermilch Laktose (Milchzucker) enthält, wodurch Karies ausgelöst werden kann. Bereits während der Stillzeit sollten Sie also jeden Zahn Ihres Kindes regelmäßig putzen. Dies kann ganz unspektakulär mit Zahncreme und Zahnbürste geschehen. Auch wenn auf dem Markt gerne süß schmeckende Zahncremes speziell für Kleinkinder angeboten werden, sollten Sie darauf verzichten. Wenn Sie eine ungesüßte Zahncreme verwenden, wird Ihr Kind nicht auf die Idee kommen, an der Zahnpasta zu naschen oder diese zu essen.

Wenn das Kleinkind gerne an der Flasche nuckelt, kann dies die Entstehung von Karies begünstigen. Dieses Saugen an der Flasche ist nur sehr schwer wieder abzugewöhnen, wenn Sie Ihrem Sprössling lange die Flasche geben.

Ihre Erfahrungen sind gefragt

Wie erging es Ihnen beim Zahnen Ihres Kindes? Können Sie sich in die Situation der eingangs beschriebenen Iris hineinversetzen? Lief es bei Ihrem Kleinkind ebenso ab wie bei Erik? Welche Tipps haben Sie probiert und was hat Ihrem Kind gegen die Schmerzen beim Zahnen geholfen? Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen!

Bildquelle Titelbild: © Lichtfisch – Fotolia.com

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