Erste Anzeichen für eine baldige Geburt
Schwangerschaft

Erste Anzeichen für die baldige Geburt

 Viele Mythen ranken sich um das Wunder der Geburt. Gerade junge Frauen, die diese Erfahrung zum ersten Mal machen, sind häufig verunsichert, woran sie den Beginn des großen Ereignisses eigentlich genau festmachen können. Die Bandbreite reicht von Schwangeren, die die ersten Wehen für eine Magenverstimmung halten, bis hin zu besonders schmerzempfindlichen Frauen, die bei dem kleinsten Ziehen eine Frühgeburt befürchten. In der großen Schar werdender Mütter ist so ziemlich alles vertreten, was man sich nur vorstellen kann. Ungeachtet dessen, zu welcher Personengruppe du dich zählen magst, erweist sich eine umfangreiche Aufklärung im Vorfeld sicherlich als hilfreich. Schließlich ist nichts so irritierend und beängstigend wie die Ungewissheit. Entsprechend möchten wir in diesem Beitrag auf einige der wichtigsten Indikatoren für eine bevorstehende Geburt verweisen. Treten diese auf, so solltest du dich idealerweise umgehend auf den Weg ins Krankenhaus begeben. 

Wie zuverlässig ist der angesetzte Geburtstermin und welche Faktoren sind tatsächlich für die Geburt verantwortlich?

 Es ist nachvollziehbar, dass ein zuvor festgelegter Tag die Vorbereitung erleichtert und den Betroffenen viel von dem Druck, den ungeduldiges Warten erzeugen kann, nimmt. Die Erfahrung bestätigt jedoch, dass es sich hier nur um einen Richtwert handelt und dass mit vier Prozent nur ein geringer Teil aller Neugeborenen an diesem Tag auf die Welt kommt. Als werdende Mutter kannst du den vom Arzt berechneten Termin folglich als Orientierungshilfe nutzen, um dich mental und physisch auf die anstehenden Veränderungen einzustellen und alles Notwendige für die Ankunft deines Kindes bereitzuhalten. Wenn du dies im Blick behältst und diese Erfahrungswerte mit einkalkulierst, dann solltest du dich auf eine Geburt, die entweder rund zehn Tage vor oder nach dem angesetzten Datum stattfindet, einstellen. Ein Grund für die relative Unzuverlässigkeit der Berechnung eines festen Termins ist in der Tatsache zu finden, dass die tatsächlichen Auslöser 

für eine Geburt bis dato nur bedingt bekannt sind. Umso wichtiger ist es also, sich auf die im Folgenden erläuterten Indikatoren zu konzentrieren. 

Absenken deines Bauches – erste Anzeichen auf die nahende Geburt

Ein unverkennbares Zeichen, dass es bald so weit ist, besteht in dem Absenken deines Bauches. Konkret bedeutet dies, dass sich der Kopf deines Babys nun in Beckengegend befindet. Dieser Prozess geht in der Regel mit Kontraktionen, im Fachjargon Vorwehen genannt, sowie geringfügigen Schmerzen in Bauch und Rücken einher. Da es sich hier um ein Anzeichen handelt, welches bereits wenige Wochen vor der Geburt auftritt, hast du noch ausreichend Zeit, dich auf das tatsächliche Ereignis vorzubereiten. Das Absenken des Bauches hat für dich als werdende Mutter zudem den Vorteil, dass du wieder richtig durchatmen kannst. Allerdings solltest du in diesem letzten Stadium vor der Geburt auch mit häufigeren Toilettengängen rechnen, da es durch die Verlagerung deines Kindes zu einem erhöhten Druck auf die Blase kommt. Da diese Etappe der Schwangerschaft bei jeder Frau unterschiedlich verläuft, lohnt sich eine vaginale Untersuchung, mit der dein Arzt feststellen kann, wann genau bei dir eine Absenkung des Bauches zu erwarten ist. 

Schleimpfropf und Fruchtblase – wichtige Elemente bei der Einleitung der Geburt

Der Schleimpfropf bildet sich am Anfang der Schwangerschaft. Er fungiert als Schutz der sensiblen Gebärmutter vor krankheitserregenden Keimen von außen. Löst sich dieser, so kann dies ein Zeichen für die bevorstehenden Wehen sein. Jedoch gibt es auch hier zahlreiche Abweichungen von der Regel. Denn bei einigen Frauen kommt es bereits einige Wochen vor der akuten Geburtsphase zu einem Abgang dieses essentiellen Schutzschildes. 

Tritt dieser Fall bei dir ein, dann solltest du auf den Besuch von öffentlichen Einrichtungen wie Sauna und Schwimmbad verzichten, da hier die Ansteckungsgefahr zu groß ist. Der sogenannte Blasensprung ist wiederum ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Geburt bevorsteht. Zwar kann es bis zum Einsetzen der Wehen immer noch bis zu 18 Stunden dauern, jedoch solltest du auf Nummer sicher gehen, sprich dich schnellstmöglich ins Krankenhaus begeben. In einigen Fällen platzt die Fruchtblase auch erst nach dem Beginn der Wehen. Bei dem Auslauf handelt es sich um eine klare Flüssigkeit, die häufig eine Grünfärbung aufweist. Der Abgang dieses Fruchtwassers tritt in der Regel ein, nachdem sich der Gebärmutterhalskanal geweitet hat und die Bewegungen deines Kindes deutlich zurückgegangen sind. 

Übungswehen, Senkwehen & Geburtswehen – Wehenarten einfach erklärt

Wenn du dein erstes Kind erwartest, dann kann dich jenes berühmt-berüchtigte krampfartige Ziehen in Bauch und Rücken gewiss leicht in die Irre führen. Denn was im Allgemeinen als Wehen bekannt ist, tritt keinesfalls erst mit dem Beginn der Geburtsphase auf, sondern kann sich bereits Wochen zuvor in sogenannten Übungswehen äußern. Diese dienen, wie der Name bereits andeutet, dazu, die Gebärmutter auf das große Ereignis vorzubereiten. Verlagert sich dein Bauch mitsamt deinem Kind langsam in Richtung Beckengegend, dann sind dafür wiederum die sogenannten Senkwehen verantwortlich. Ernstzunehmende Kontraktionen hingegen, welche die Geburt einläuten, lassen sich auch nicht mehr durch vorab effektive Maßnahmen wie entspannende Bäder lindern. Abgesehen von den krampfartigen Schmerzen in Rücken und Bauch macht bei vielen Frauen auch eine schwer erklärbare Unruhe das Einschlafen unmöglich. Geburtswehen gleichen zu Beginn oftmals den Übungswehen, da sie in größeren Abständen auftreten. Mit der Zeit verringern sich diese jedoch auf fünf bis sieben Minuten. Zudem werden die Schmerzen stärker und können pro Wehe in der letzten Phase bis zu 60 Sekunden andauern. 

Die wichtigsten Indikatoren für eine bevorstehende Geburt im Überblick

Es gilt, zwischen eindeutigen sowie weniger sicheren Anzeichen für eine nahende Geburt zu unterscheiden. Zu den zuverlässigen Merkmalen zählen das Absenken des Bauches, die Ablösung des Schleimpfropfes, der Blasensprung und die Wehen. Je nach individueller Konstitution klagen zudem viele Frauen über starke Rückenschmerzen, die in der Regel zusammen mit den Wehen auftreten. Mit der Morgenübelkeit kehrt oftmals ein ‚alter Bekannter‘ aus dem Anfangsstadium der Schwangerschaft zurück. Schlafstörungen und Durchfall sind ebenfalls häufige Begleiter einer nahenden Geburt. 

Abschließend lässt sich festhalten, dass es, abgesehen von den eindeutigen Indikatoren, Faktoren gibt, die bei jeder Frau variieren. Vielleicht zählst du ja zu den werdenden Müttern, die ihre innere Unruhe in unstillbaren Tatendrang verwandeln und noch bis unmittelbar vor der Ankunft des neuen Erdenbürgers Wände streichen, Wäsche waschen oder Blumen pflanzen. Orientierst du dich jedoch an den aufgeführten Merkmalen, so wirst du gewiss keine Schwierigkeiten haben zu erkennen, wann es für dich so weit ist. 

Eins sei an dieser Stelle noch gesagt: Eine Geburt ist ein natürlicher Vorgang, der ganz von selbst vonstattengeht – du brauchst keine Angst davor haben, etwas falsch zu machen. Lass dich ein auf dieses großartige, überwältigende Erlebnis und freu dich darauf, dein Kleines endlich in den Armen halten zu können. Wir wünschen dir und deinem Kind eine entspannte Geburt und innige erste Stunden zu zweit. 

Bildquelle: Titelbild – © tamaravidmar

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