Koffein in der Schwangerschaft : So sind Sie auf der sicheren Seite
Elternratgeber, Ernährung & Fitness, Schwangerschaft

Koffein in der Schwangerschaft: So bist du auf der sicheren Seite

Auch viele werdende Mamas möchten auf einen morgendlichen Energiekick in Form einer Tasse Kaffee oder auf einen leckeren Milchkaffee am Nachmittag nur ungern verzichten. Allerdings fragen sich viele, ob und wie viel Kaffee sie in der Schwangerschaft trinken dürfen und welche Auswirkungen Koffein auf ihr ungeborenes Baby hat.

Koffein wird auf das ungeborene Baby übertragen

Ebenso wie Sauerstoff und weitere Substanzen gelangt auch Koffein frei über die Plazenta in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Allerdings verfügt der Fötus zum Abbau des Stoffes nicht über die notwendigen Enzyme, wodurch es zu einer Anreicherung der Substanz im Hirngewebe kommt. Bei Koffein handelt es sich um eine aktivierende Substanz, durch die der Stoffwechsel angeregt und die Herzfrequenz erhöht wird. Diese belebende Wirkung überträgt sich auch auf das ungeborene Kind, sodass es etwas unruhiger sein kann, nachdem du Kaffee getrunken hast. 

In Bezug auf den Kaffeegenuss solltest du in der Schwangerschaft zudem bedenken, dass durch Koffein die Aufnahme von Kalzium, Eisen und Vitamin C beeinträchtigt wird. Es ist daher sinnvoll, direkt vor oder nach dem Essen darauf zu verzichten. Natürlich gilt dies nicht nur für Kaffee, sondern auch für andere koffeinhaltige Getränke wie Cola oder grünen und schwarzen Tee. 

Drei Tassen Kaffee täglich gelten in der Schwangerschaft als unbedenklich

Trotz der beschriebenen Wirkungen müssen schwangere Frauen nicht ganz auf koffeinhaltige Getränke verzichten, denn sowohl die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als auch die Weltgesundheitsorganisation stufen die Aufnahme von 200 bis 300 mg Koffein täglich als unbedenklich ein. Diese Menge entspricht etwa drei Tassen Kaffee bzw. sechs Tassen Tee. Bedenke jedoch, dass auch andere Lebensmittel koffeinhaltig sind: Während ein Glas Cola etwa 20 mg und eine Tasse Kakao circa 10 mg Koffein enthalten, können in 100 g Halbbitterschokolade sogar bis zu 100 mg der anregenden Substanz enthalten sein. 

Die Folgen starken Koffeinkonsums in der Schwangerschaft

Während der gemäßigte Genuss von Kaffee in der Schwangerschaft keine Folgen für das ungeborene Kind hat, besagen wissenschaftliche Studien aus Norwegen und England, dass ein hoher Koffeinkonsum das Geburtsgewicht von Babys negativ beeinflussen kann. 

So ergab eine Studie, dass der übermäßige Koffeingenuss durch einen hohen Kaffee-, Tee- oder Colakonsum negativ mit dem Gewicht der Babys bei der Geburt korreliert. Mit anderen Worten: Die Babys von Müttern, die während der Schwangerschaft kein Koffein konsumiert haben, wiesen ein höheres Geburtsgewicht auf als Babys von Müttern mit hohem Koffeinkonsum. Aus diesem Grund sprachen die Wissenschaftler die Empfehlung aus, den Genuss koffeinhaltiger Getränke und Nahrungsmittel so weit wie möglich zu verringern oder ganz auf ihn zu verzichten. 

Eine US-amerikanische Studie kam zu noch besorgniserregenderen Ergebnissen, denn laut dieser wird durch einen hohen Koffeingenuss das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Dies wird darauf zurückgeführt, dass durch Koffein einerseits die Durchblutung der Plazenta und andererseits die Stoffwechselprozesse des Fötus beeinträchtigt werden.

Jetzt lesen:   Endlich schwanger werden – Tipps und Tricks

Grundsätzliche Empfehlungen in Bezug auf den Koffeinkonsum in der Schwangerschaft

  • Aufgrund der nicht vollständig geklärten Wirkung von Koffein auf das ungeborene Baby, sollte der Koffeinkonsum so gering wie möglich gehalten werden.
  • Empfohlen wird eine tägliche Koffeinzufuhr von maximal 200 bis 300 mg.
  • Drei Tassen Kaffee oder sechs Tassen Grün- bzw. Schwarztee gelten als unbedenklich.
  • Ein hoher Koffeinkonsum korreliert negativ mit dem Geburtsgewicht.
  • Schwangere sollten für einen gesunden Energiekick auf gesunde Alternativen setzen.

Kaffeealternativen für einen gesunden Energiekick

Die meisten Frauen verzichten während ihrer Schwangerschaft aufgrund des besonderen Körperbewusstseins sowie der Übelkeit automatisch auf koffeinhaltige Getränke.

Sollte dies bei dir persönlich nicht der Fall sein, kannst du auf gesündere Alternativen wie zum Beispiel einen Getreidekaffee ausweichen oder dich für koffeinfreien Kaffee entscheiden. Bedenke jedoch, dass auch dieser eine minimale Menge der aktivierenden Substanz enthält.

Eine gesunde und vor allem leckere Alternative für den täglichen Energiekick in der Schwangerschaft stellen zudem frisch gepresste Fruchtsäfte und Smoothies dar.

Jetzt lesen:   Wie lange muss ich mein Baby stillen?

Hinweis: Bitte besprich medizinische Themen immer mit einem Arzt und handele nicht auf eigene Faust – deiner und der Gesundheit deines Kindes zuliebe. 

Hast du während deiner Schwangerschaft auf den Genuss koffeinhaltiger Getränke und Nahrungsmittel verzichtet? Falls dies der Fall ist, welche Alternativen kannst du anderen Schwangeren empfehlen, um für einen gesunden Energiekick zu sorgen? 

Bildquelle Titelbild: ©Dean Mitchell – iStock.com

Vorheriger Beitrag

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

4 Kommentare

  • Antwort Anja 4. November 2017 at 21:35

    Hallo.

    Vielen Dank für die hilfreien Informationen.
    Gerade wenn man immer gerne Kaffee usw getrunken hat kann es echt schwierig sein darauf zu verzichten bzw. sich einzuschränken. Daher ist es echt wichtig zu wissen wieviel man zu sich nehmen darf. Dann kann man ohne Bedenken seine Tassen Kaffee trinken.
    Aber zum Wohl des Kindes immer in der richtigen Menge.
    Ich hatte mich glücklicherweise immer gut im Griff

  • Antwort Anna 4. April 2018 at 13:41

    Hallo,
    danke für diese wirklich wichtigen Informationen. Oft sind es ja gerade die täglichen Lebensmittel, die versteckt negative Auswirkungen auf das Baby haben. Bei Koffein habe ich natürlich sofort an Kaffee gedacht, aber auf grünen Tee wäre ich jetzt gar nicht gekommen.

    Danke.

    Grüße
    Anna

  • Antwort Kerstin 13. Mai 2018 at 23:30

    Ich habe in meinen Schwangerschaften nicht ganz auf Coffein verzichtet, aber weniger Kaffee mit Coffein getrunken als vorher, weil ich den Kaffee mit Coffein schlechter vertragen habe.

    In der Stillzeit hatte ich dann allerdings bei mehreren unserer Kinder das Gefühl, dass ihnen das Coffein nicht schadet und bin auf coffeinfreien Kaffee umgestiegen. Der schmeckt übrigens genauso gut, hält aber nicht wach. :/ :D

  • Antwort Kerstin 13. Mai 2018 at 23:31

    Ups, das sollte natürlich „schadet“ bzw. „nicht gut tut“ heißen, sorry.

  • Hinterlasse einen Kommentar